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    Cocktail auf Knopfdruck

    Cocktail auf Knopfdruck

    Die Idee: Alles begann mit einem YouTube-Video. Zu sehen war ein Automat, der auf Knopfdruck Cocktails zubereitete. Ich war sofort fasziniert und machte mich auf die Suche nach dem Hersteller dieses Geräts, wurde jedoch nicht fündig, weshalb die Idee entstand dieses Gerät selbst nachzubauen.

    Der Anlass: Gelegenheit zur Umsetzung ergab sich dadurch, dass in der Schule, die ich besuche, der HTL-Vöcklabruck, der Tag der offenen Tür geplant wurde und unser Abteilungsvorstand für den Zweig der Betriebsinformatik nach einem Vorzeigeprojekt für den Stand unserer Abteilung suchte. Ich schlug ihm vor den „Drinkmixer“ als jenes Projekt umzusetzen. Abteilungsvorstand Herr Prof. Dipl. Ing. Hermann Bauernfeind zeigte sich sofort begeistert von der Idee und bewilligte den Bau des Drinkmixers, der eine Auswahl an 12 verschiedenen, alkoholfreien Cocktails bieten sollte.

    Die Funktion: Der Drinkmixer wurde so programmiert, dass die Software direkt aus einer Datentabelle die notwendigen Mischverhältnisse der dazugehörigen Zutaten des Cocktails lädt. Nach der Auswahl eines Getränkes fährt der bewegliche Schlitten zu den gewünschten Haltestellen der Zutaten. Durch zwei induktive Sensoren wird eine genaue Bestimmung des Standortes ermittelt. Die ersten drei Positionen sind mittels Magnet-Absperrventile geregelt, um eine größere Menge der gewünschten Zutat abzulassen. Alle anderen Zutaten werden durch 4cl-Druckdosierer portionier, welche durch einen Pneumatik-Zylinder betätigt werden können. Die Software berechnet eigenständig wie oft die Dosierer betätigt werden müssen, um die richtige Menge zu erhalten. Nach der Fertigstellung begibt sich der Schlitten wieder zurück zur Ausgangsstellung, die durch den 2. Sensor bestimmt ist. Danach ist der gewünschte Cocktail fertiggestellt, was durch ein gut sichtbares Leuchtsignal der LEDs angezeigt wird.

    Die Planung und Umsetzung: Zu Beginn erkundigte ich mich welche Materialien und Gerätschaften zum Bau benötigt werden. Ziel war es den „Drinkmixer“ möglichst kostengünstig zu fertigen. Zeitgleich begann ich damit Autodesk Inventor 3D-Zeichnungen zu entwerfen. Diese konnte ich mithilfe von Simulationen auf ihre praktische Funktionstauglichkeit testen. Alle Einzelteile des beweglichen Schlittens musste ich selbst entwerfen, da es für diese keine Vorlagen gab. Aus den Entwürfen wurden, mittels unseres 3D-Druckers, die fertigen Bauteile geschaffen. Aufgrund der fehlenden Festigkeit des Kunststoffes wurden nicht nur Teile aus dem 3D-Drucker verwendet, sondern auch Blechteile aus der schuleigenen Werkstätte. Zur Ansteuerung der elektronischen Bauteile verwendete ich einen Raspberry Pi 3, der mittels 7“ Touch-Display und eigens für dieses Projekt von mir entwickelter Software, die Motoren und Ventile betreibt. Die Software schafft eine benutzerfreundliche Oberfläche, die das intuitive Wählen des gewünschten Cocktails und Starten des Zubereitungsvorgangs mittels Touch-Display ermöglicht. Als optisches Highlight wurden im gesamten Gehäuse spezielle farbwechselnde LEDs verbaut. Diese passen sich in ihrer Farbgebung während des Zubereitungsvorgangs an die Farbe des Cocktails an.

    Der Einsatz: Nach drei Monaten intensiver Entwicklungs- und Fertigungszeit war der „Drinkmixer“ rechtzeitig zum Tag der offenen Tür am 3. und 4. Februar 2017 einsatzbereit. Das Gerät begeisterte die Besucher und so wurden in den zwei Tagen über 300 Cocktails zubereitet. Auch die Lehrer waren beeindruckt, dass dieses Projekt von einem Schüler der 2. Klasse verwirklicht werden konnte. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei der HTL-Vöcklabruck für die Zurverfügungstellung die finanziellen Mittel und bei Herrn Prof. Dipl. Ing. Hermann Bauernfeind sowie Herrn Prof. Dipl. Ing. Klaus Schönhuber für ihre Unterstützung.

     

    Stefan Pohn, 2. Klasse Betriebsinformatik

       

    19. April 2017 | Autor: molj