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Auslandspraktikum bei Viessmann Ltd. in Telford, England
Die Anreise und Kennenlernen meiner Gastfamilie
Von 2. Juli bis 3. August 2007 konnte ich bei Viessmann Ltd. in Telford, England, ein fünfwöchiges Auslandspraktikum absolvieren.
Ich bin dazu bereits am Samstag, den 30. Juni, von München nach Zürich und von Zürich weiter nach Birmingham geflogen. Diese Route zu wählen war zwar ein „kleiner“ Umweg, und der ganze Tag bestand mehr oder weniger aus Zugfahren, Warten und im Flieger sitzen, aber es war bei weitem billiger als ein Direktflug.
Ich kam gegen halb sieben am Birmingham Airport an und wurde dort von der Personalchefin von Viessmann Telford, Frau Ward, und ihrem Mann, der Taxifahrer ist, abgeholt und zu meiner Gastfamilie nach Aqueduct, einem Stadteil von Telford, gebracht.
Meine vierköpfige Gastfamilie, die Familie Irvine, bestand aus Nick und Helen, den Eltern, und den zwei kleinen aufgeweckten Jungs George (4 J.) und Oscar (2 J.).
Ich wurde gleich herzlich aufgenommen, und auch die Jungs waren, obwohl normalerweise bereits Bettzeit gewesen wäre, bei meiner Ankunft um halb neun noch wach, weil sie schon so gespannt auf mich waren.
Die Irvines hatten vor mir bereits einige Gastschüler gehabt und wussten daher bereits, was sie erwartete.
Müde wie ich nach dem anstrengenden Reisetag war, unterhielt ich mich nur noch kurz mit meiner Gastfamilie und ging dann bald schlafen.
Am nächsten Tag besuchte ich mit meiner Gastfamilie ihren kleinen Schrebergarten, wo ich ein wenig beim Unkrautzupfen half, und einen Weingarten in der Nähe, bei dem gerade ein kleiner Bio-Markt stattfand, und freundete mich schön langsam mit den Irvines an.
Am selben Abend stellte sich mir noch mein Nachbar und Arbeitskollege Thomas Kurka vor.
Thomas war ein deutscher Student, der gerade dabei war, seine Diplomarbeit, einen Vergleich zwischen dem Heizungsmarkt in den USA und in Großbritannien, in Kooperation mit Viessmann zu schreiben. Er war bereits seit 4 Monaten in England und hatte unmittelbar davor schon bei Viessmann in Kanada ein Praktikum gemacht und für seine Arbeit recherchiert.
Ich bin mit ihm bis kurz vor Ende meines Praktikums jeden Tag mit dem Firmenauto, das ihm von Viessmann zur freien Verfügung gestellt wurde und das unser treues Gefährt über die nächsten Wochen wurde, zur Firma und wieder nach Hause gefahren und habe auch den Großteil meiner Freizeit mit ihm verbracht.
Die 1. Praktikumswoche, 2.-8. Juli
Am 2. Juli, meinem ersten Arbeitstag, wurde ich als erstes ein wenig durch das Büro geführt, und die einzelnen Kollegen wurden mir vorgestellt.
Dann begann ich anfangs damit, Reperaturberichte der Partner-Installationsfirmen von Viessmann England zu archivieren und gab die Daten über den diagnostizierten Fehler und die Art der Behebung, die benötigte Arbeitszeit, die verwendeten Ersatzteile, etc. in das firmeneigene Datenverwaltungssystem ein.
Da es unzählige dieser Berichte gab, die noch erledigt werden mussten und beinahe täglich stapelweise neue Berichte einlangten, bestand der Großteil meiner Arbeit bei Viessmann daraus, eben diese Daten in den Computer einzugeben und die Berichte anschliessend als erledigt in die entsprechenden Ordner zu archivieren.
Nach der Arbeit besuchte ich mit Thomas ein Fitnessstudio in Telford, das er bereits seit längerer Zeit besuchte, und erwarb auch gleich eine 4-wöchige Mitgliedschaft.
Es wurde zu unserem Ritual, dreimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen um einen gewissen Ausgleich zur eher bewegungsarmen und mehr geistigen als körperlichen Arbeit in der Firma zu schaffen.
Mitte der Woche erhielt ich in der Firma meinen eigenen Arbeitsplatz mit eigenem Computer und eigenem Firmenaccount, um die mir aufgetragenen Arbeiten noch besser und selbstständiger erledigen zu können.
An meinem ersten Wochenende erkundete ich ein wenig die Gegend rund um mein neues Zuhause und machte am Abend erstmals Bekanntschaft mit englischen Clubs.
Der Plan von Thomas und mir, am nächsten Morgen, Sonntag, ins Fitnessstudio zu gehen, wurde verworfen, stattdessen machten wir uns auf, mit Kerstin und Rüdiger, Thomas' Gasteltern - einem deutschen Ehepaar, das bereits seit 20 Jahren in England lebte, einen Ausflug nach Wales zu unternehmen, dort einen Wasserfall zu besichtigen und eine nette mehrstündige Wanderung in den grünen Hügeln von Wales zu machen.
Die 2. Praktikumswoche, 9.-15. Juli
Zu Beginn meiner zweiten Arbeitswoche nahm ich gleich an einem eintägigen Trainingskurs für Installateure und Techniker zum Thema Solarkollektoren, mit Schwerpunkt auf den Viessmann-Produkten, teil. Dieser Kurs war überaus interessant, und ich freute mich bereits auf die zwei weiteren Kurse, an denen mir die Teilnahme zugesagt wurde, nämlich ein Kurs über Wärmepumpen, heat pumps, und ein dritter Kurs über Gasboiler, im Speziellen über die Vitodens100 Serie von Viessmann.
Den Rest der Woche war ich wieder mit meinen Berichten beschäftigt, half aber auch zwei Viessmann-Mitarbeitern aus Deutschland, die angereist waren, um bei der Betriebsoptimierung von Viessmann England mitzuwirken.
So half ich unter anderem bei der Inventur der „blauen Tüten“ (Installations- und Sicherheitshinweisbroschüren) und bei der Neuordnung des Lagers. Ich erstellte Listen und Grafiken zur Übersicht über die gelagerten Waren und Stellplätze.
Am Mittwoch dieser Woche besuchte ich nach einem kleinen Stadtrundgang erstmals ein typisch englisches Pub und probierte mein erstes „Ale“, eine typisch englische Art von Bier, die besonders malzig schmeckt und mit obergärigem Hopfen gebraut wird.
Am Wochende unternahm ich, wiederum mit Thomas, Rüdiger und Kerstin, einen Ausflug nach Birmingham und lauschte den unzähligen Jazzbands, die an diesem Wochenende im Rahmen des „23rd Birmingham International Jazz Festival“ auf vielen Plätzen und in vielen Lokalen der Stadt ihr Songs zum Besten gaben.
Die 3. Praktikumswoche, 16.-22. Juli
Am Anfang der dritten Praktikumswoche besuchte ich, wie schon die Woche davor, einen weiteren Trainingskurs, diesmal zum Thema Wärmepumpen. Der Großteil der vermittelten Informationen war mir bereits aus dem Unterricht an der HTL bekannt, und so fiel es mir leicht, den englischen Erklärungen folgen zu können, und ich lernte auch teilweise die englischen Begriffe besser kennen.
Den Rest der Woche war ich wieder mit meinen Berichten beschäftigt, von denen ich mir laufend Nachschub von meiner Kollegin Zoey holen konnte. Welch ein Glück!
Auch stand diese Woche eine „Carribian Party“ und ein anschließender Pub-Besuch auf dem Programm.
Das dritte Wochenende in England, verbrachte ich eher gemütlich.
An diesem Wochenende kamen die Eltern von Nick, meinem Gastvater, zu Besuch, und ich führte einige nette und interessante Gespräche mit dem teils schwer zu verstehenden schottisch stämmigen Großvater.
Die 4. Praktikumswoche, 23.-29. Juli
Die darauf folgende Woche war ich mit dem Bearbeiten der „letters of complaint“, den Beschwerdebriefen, beschäftigt.
Weiters konnte ich mir im Lager der Viessmann-Informationsmaterialien eine Mappe mit Produktinformationen und Datenblättern zusammenstellen und diese gleich nach Hause schicken lassen.
Am Donnerstag dieser Woche feierte ich mit Thomas und ein paar Freunden seine baldige Rückreise, er flog die darauf folgende Woche wieder nach Hause nach Deutschland um wenige Wochen später wieder nach Schottland zu gehen um ein weiteres einjähriges Studium zu absolvieren.
Am Freitag, den 27. Juli, bekam ich endlich erstmals die Möglichkeit mit Alen, einem der Viessmann-Techniker, die normalerweise im technischen Service arbeiten, eine Baustelle zu besuchen.
Wir erreichten nach mehrstündiger Anfahrt die große, noch leerstehende Fabrikhalle in Worksop in der drei Vitodens 300 zum Heizen der Büroräume installiert waren, und ich konnte bei den für die anschließende Inbetriebnahme nötigen Tests und Messungen behilflich sein und hatte einen sehr interessanten und lehrreichen Arbeitstag.
Nach einer langen Nacht in den Clubs von Wellington und Shrewsbury verbrachte ich den Rest des Wochenendes wiederum gemütlich mit ein wenig Shopping und Sightseeing in Shrewsbury und am Sonntag in Ironbridge. Dort besichtigten wir die 1779 erbaute und somit älteste Eisenbrücke der Welt, die dem kleinen Ort nahe Telford seinen Namen verlieh.
Die 5. und letzte Praktikumswoche, 30.Juli - 5.August
In meiner letzten Arbeitswoche war ich wiederum mit den Reparaturberichten beschäftigt, musste aber auch einige telefonische Gespräche führen, um diverse Informationen von den externen Viessmann Mitarbeitern einzuholen.
Am Freitag, dem 3. August, meinem letzten Arbeitstag, war ich abermals „on sight“.
Ich fuhr mit John, einem weiteren Kollegen und Techniker von Viessmann, nach Anglesey, einer Insel im Westen von Wales.
Mit dem Installateur dort inspizierten wir mehrere Installationen im Umkreis, bei denen Probleme aufgetreten waren, um zu klären, wie die Probleme zu lösen seien, bzw. in welchen Fällen ein Garantieanspruch bestehe. Danach besichtigten wir noch zwei tadellos funktionierende Solarkollektor Anlagen mit Viessmann Kollektoren und die dazugehörigen Installationen im Inneren der Gebäude.
Um 9:00 Uhr kam ich dann nach einem weiteren sehr interessanten Arbeitstag und netten Abschluss meines Praktikums wieder nach Telford in mein Zuhause der vergangenen fünf Wochen.
5. August - "..endlich wieder daheim"
Am Sonntag, den 5. August, holte mich um 11.00 dann wieder Mr. Ward ab und brachte mich zum Flughafen nach Birmingham.
Nach einem weiteren anstrengenden Reisetag und mit viel Vorfreude darauf, meine Familie und vor allem meine Freundin endlich wiederzusehen, kam ich um ca 7.00 Uhr abends in München an und war um kurz nach 9.00 Uhr endlich wieder daheim.
Vielen Dank!
Abschließend möchte ich mich bei allen Leuten, die geholfen haben dieses Praktikum zu organisieren und durchzuführen, ganz speziell bei Herrn Prof. Weissensteiner und Herrn Prof. Pixner, der IFA in Wien und der Firma Viessmann Ltd. bedanken, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, dieses überaus interessante und für meinen weiteren beruflichen und auch privaten Lebensweg sicherlich wertvolle Auslandspraktikum zu absolvieren.
Ich hoffe, dass diese Möglichkeit auch in den kommenden Jahren noch zur Verfügung steht und dass mein Bericht weitere Schüler der HTL Vöcklabruck anspornt, ein ähnliches Auslandspraktikum leisten zu wollen.
Zum Abschluss noch ein paar weitere Bilder und Eindrücke von meinem Auslandsaufenthalt.
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