Zertifizierungspartner





 
 
  Das sehrwohl bekannte Jaguar Logo

Auslandsferialpraxis bei Jaguar in England

Michael Wimmer (5-M 2000/2001)

Ich kann mich noch ganz genau an jenen Tag erinnern, an dem mich Herr Professor Fleischmann und Herr Professor Pixner fragten, ob ich nicht Interesse an einem Praxisaufenthalt in den Sommerferien bei Jaguar hätte. Ich war erstaunt, aber im Geheimen stolz, dass gerade ich in die nähere Auswahl kam, dies in Anspruch nehmen zu dürfen. Ich erlaubte mir einen Tag Bedenkzeit, eigentlich hatte ich mich schon entschieden, doch ich wollte noch den Rat meiner Eltern einholen und da diese mich bestärkten das Angebot anzunehmen, sagte ich am darauffolgenden Tag zu.

Christian Rögl und Michael Wimmer

Mein Klassenkollege Christian Rögl und ich trafen die nötigen Vorbereitungen und buchten rasch einen Flug von München nach Birmingham. Nachdem wir die letzten Schularbeiten in Mathematik und Mechanik geschrieben hatten, brachen wir am Samstag, den 24.6.2000 auf. Auf dem Flughafen in Birmingham wurden wir von Mr. Nic Erskine erwartet, der uns zu unserem Quartier nach Cheylesmore/ Coventry brachte, wo wir die nächsten 10 Wochen wohnten. Unsere Landlady Mrs. Cormick war eine nette Frau, die für englische Verhältnisse eine gute Köchin war. Das Zimmer, das Christian und ich teilten, war sehr klein und eng, sodass wir gezwungen waren, gut miteinander auszukommen. Unsere Unterkunft war nur 15 Gehminuten vom Jaguarwerk entfernt. Um täglich in den Betrieb zu gelangen erhielten wir eine elektrische Karte, die wir am Eingang verwenden mussten. Ich war in jenem Büro beschäftigt, in dem das Kühlungssystem für den neuen X400 konstruiert wird. Hier arbeiten ungefähr 100 Beschäftigte, und ich hatte mitten drinnen einen Schreibtisch mit Computer. Auch ich war wie alle hier im Büro „smart“ gekleidet, also mit Hose, Hemd und Krawatte.Mr. Dave Cuttler, Mr. John Richardson und Mr. Ian Johnson erteilten mir die Arbeitsaufträge. Ich arbeitete mit an Testläufen und wertete die Ergebnisse am Computer aus. Für mich war es wichtig neue englische Fachausdrücke zu lernen und richtig anzuwenden. Da niemand im Büro Deutsch sprach, war ich gezwungen, mich immer Englisch zu verständigen, auch außerhalb der Firma, beim Einkaufen, auf der Bank oder auch im Pub, das Christian und ich natürlich auch besuchten.


Das Jaguar Engineering Centre

Am Wochenende fuhren wir manchmal mit dem Bus nach Coventry, ins Kino, ins British Transport Museum oder ins Flugzeugmuseum nach Baginton. Coventry selbst war ja am 14. November 1940 durch Luftangriffe der Deutschen größtenteils zerstört worden. Von der gotischen Kathedrale stehen nur mehr Ruinen und der Turm. Die neue Kathedrale, ein Werk des Architekten Basil Spence machte auf mich einen tiefen Eindruck, es ist ein Zentrum der Wiederversöhnung der Nationen, ein Bindeglied zw. Coventry- Dresden- Hiroshima. Abwechslung in die langen Wochenenden brachte im Juli der Besuch meiner Eltern, die mit uns Ausflüge nach Stratford upon Avon, Oxford, Silverstone und Chester unternahmen. Im August stattete uns Prof. Anton Pixner einen Besuch ab, auch er besichtigte das Jaguarwerk und hatte Kontakt mit unserem Betreuer Mr. Nic Erskine.


Am 1.9. ging unser Aufenthalt im Jaguarwerk zu Ende, ein Aufenthalt, der für das spätere Berufsleben bedeutend sein wird und der für die Erweiterung der Englischkenntnisse enorm wichtig war; ein Aufenthalt, der Anforderungen an unsere Selbstständigkeit stellte, sich zu bestätigen weit weg im Ausland. Wir lernten den wirklichen „way of life“ in England kennen, fern ab von Buckingham Palace und Tower. Wir lernten die freundliche, zuvorkommende Art vieler Engländer schätzen und die Gastfreundschaft, die wir im Jaguarwerk genießen durften. Wir bedanken uns ganz besonders bei Prof. Norbert Fleischmann und Prof. Anton Pixner, der die Organisation der Auslandsferialpraxis leitete. Aufenthalt bei Jaguar Engineering Centre/ Whitley/Coventry- ein Höhepunkt während der Schulzeit an der HTL- Vöcklabruck!