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Auslandspraktikum bei VOLVO in Göteborg

Christoph Humer (5AT 2000/2001)

Am 19.August 2000 um 6.10 Uhr begann alles, mein Klassenkollege Heimo Huber und ich verabschiedeten uns jeweils von unseren Eltern am Linzer Flughafen, um kurz darauf unsere vertraute Umgebung für vier Wochen in Richtung Göteborg zu verlassen, um unsere Englischkenntnisse zu verbessern und um Sitten, Bräuche und Menschen in einem fremden Land kennenzulernen.

Aufgeregt hoben wir mit dem Flugzeug der holländischen Fluglinie KLM am Linzer Flughafen ab, da wir nicht wussten, was uns in den vier Wochen erwarten wird.

Fünf Stunden später landeten wir leicht erschöpft am Flughafen von Göteborg. Doch auch dort kamen wir nicht zur Ruhe, da man uns gleich den ersten Schock versetzte. Das Bodenpersonal teilte uns mit, dass unser Gepäck nicht am Flughafen von Göteborg, sondern versehentlich in die entgegengesetzte Richtung und zwar nach Mallorca geflogen worden sei.

Dafür war der Empfang von Frau Camilla Quist, einer Lehrerin am Technischen Gymnasium von Göteborg, welches sich am Volvo-Gelände befindet, umso freundlicher.

Gleich darauf wurden wir von ihr in die Stadt zu unserer Fünf-Zimmer-Wohnung gefahren, in welcher wir unsere Arbeitskollegen von der HTL Eisenstadt und von der HTL Bulme in Graz trafen. Bereits auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt konnte man die Unterschiede von Schweden und Österreich bemerken.

Das Opernhaus von Göteborg

Das Opernhaus von Göteborg

Sie unterrichtete uns noch am selben Tag in der Wohnung, welche Aufgaben wir zu erledigen haben und zeigten uns kurz die wichtigsten Plätze in der Umgebung.

Nachdem uns Camilla verlassen hatte, ruhten wir uns kurz aus, um anschließend die Umgebung besser kennen zu lernen.

Die erste Fahrt in die Stadt erfolgte am nächsten Tag, an welchem ich glücklicherweise mein Gepäck zugestellt bekommen habe.

Schon bei der Fahrt mit der Straßenbahn sah man die Reize dieser multikulturellen Shopping-Stadt. Man merkte es an der Mode, aber auch am Design mancher Gebäude, dass Göteborg manchen Städten Europas weit voraus ist.

Am Montag, den 21.08.2000 wurden wir um 8.00 Uhr von zwei Angestellten mit einem Volvo 970classic und einer Volvo 970-Limousine zum Werksgelände und zwar zum Touristenzentrum gebracht.

Dort angekommen, wurde uns die Geschichte und die Struktur des Volvo-Konzerns im Rahmen einer Präsentation dargeboten und anschließend daran wurden uns Filme über die aktuellen Modelle und deren Sicherheitseinrichtungen gezeigt.

Nach einer kurzen Pause machten wir eine Tour mit einem kleinen Zug, der Blue-Train genannt wird, durch das Volvogelände. Hier bekamen wir den ersten Eindruck über diesen riesigen Konzern.

Es wurde uns gesagt, dass die Produktionshalle ohne Lackiererei 1,4km lang sei und 99% der verwendeten Roboter sich in der Karosseriefertigung befinden.

Nach dieser beeindruckenden Rundfahrt wurden wir zum Technischen Gymnasium gebracht, wo wir von einem Teil des Personals sehr herzlich empfangen wurden.

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung wurden wir in allen Sachen, die für unseren Aufenthalt wichtig waren, instruiert.

Gruppenfoto in der Arbeitskleidung

Gruppenfoto in der Arbeitskleidung

v. l n. r. Christoph Humer HTL Vöcklabruck, Johann Hornung HTL Eisenstadt, Manuel Rieger HTL Bulme Graz, Manuel Dickbauer HTL Eisenstadt, Oliver Leschnik HTL Bulme Graz, Heimo Huber HTL Vöcklabruck

Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde jedem von uns sein künftiger Arbeitsplatz gezeigt, die oder der Arbeitskollegin/e vorgestellt und die Arbeitskleidung ausgehändigt.

Anschließend fuhren wir sechs gemeinsam mit dem Bus nach Hause und erst hier begriffen wir die Ausmaße des Konzerns wirklich, denn bei einer Fahrt von rund 25 Minuten fuhr man 20 Minuten davon am Volvo-Werksgelände.

Der zweite Tag war schon anstrengend, jedoch auch interessant. Aufstehen mussten wir um 5.00 Uhr, da die unsere Schicht um 6.30 Uhr anfing.

An diesem Tag wurden mir von Anders Olofsson, meinem Arbeitskollegen, alle Schritte und Positionen am Fließband gezeigt, die ich in den nächsten vier Wochen gemeinsam mit ihm zu erledigen hatte.

Meine Aufgaben bestanden darin, Arbeiten an den Modellen V70, S80 und Volvo Cross Country zu erledigen.

Die ersten beiden Wochen waren interessant, da man alle Arbeitsschritte an der jeweiligen Arbeitsposition in kürzester Zeit erlernen und beherrschen möchte (es wird jede halbe Stunde die Arbeitsposition gewechselt, um eine zu monotone Arbeit zu verhindern.

~ 2,5m großer Übungsroboter im CIM-Labor

~ 2,5m großer Übungsroboter im CIM-Labor

Mitte der zweiten Woche begann die Arbeit aber ein wenig langweilig zu werden, da man alle Arbeitsschritte beherrschte und nur noch selten Fehler machte.

Lichtblicke dazwischen waren jeweils die Stunden in der Schule.

Wir besuchten 4 Stunden lang einen Englischunterricht, 4 Stunden lang Politische Bildung und Geschichte und 4 Stunden das Fördertechnik- und Roboterlabor (Computer integrated manufacturing CIM-Labor).

Im Großen und Ganzen war die Arbeit nicht allzu schwer, aber doch auch interessant, wenn man die Produktion oder auch die Zustellung der Fertigungsteile, die zu einem genauen Zeitpunkt zu erfolgen hat, betrachtet.

Abgerundet wurde der schöne und lehrreiche Aufenthalt mit einem Gespräch, mit einem Geschenk und einem phantastischen Mittagessen, welches extra für uns zubereitet wurde.

Zu Beginn verstrich die Zeit sehr langsam, doch dann ging es immer schneller und ich war sogar gegen Ende hin ein wenig traurig, aber doch auch glücklich, als ich diese schöne Stadt wieder verlassen musste.