Auslandspraktikum in Göteborg bei Volvo
Unterberger Michael (5WMA 2001/2002)
Nach unserer Bewerbung für die Praktikumstelle in Göteborg wurden wir
von Prof. Pixner mit allen Informationen versorgt, die wir benötigten, um
unsere Reise antreten zu können.
Am 09.08.2001 landeten wir glücklicherweise sicher in Göteborg, wo
wir von unseren Betreuern Göran Carlzon und Marcus empfangen wurden.
Nachdem wir uns mit essentiellen Nahrungsmittel ausgestattet hatten fuhren wir
in unsere Wohnungen in Frölunda, wo wir noch wichtige Instruktionen
erhielten.
Bei unserem ersten Spaziergang durch das Wohnviertel lernten wir uns erst mal
ein bisschen näher Kennen (ausgenommen Klaus-Dieter, HTL-Eisenstadt, der
erst am So zu uns stieß), da wir uns bisher nur über E-Mail bzw.
telefonisch verständigen konnten. Nach der Heimkehr testeten wir zaghaft
unsere Kochkünste, die jedoch im Verlauf unseres Aufenthaltes zu
Meisterleistungen aufliefen.
Am Freitag spendierte uns Volvo eine Stadtrundfahrt mit unseren Betreuern, wo
wir das Wesentliche zu Geschichte und Aufbau dieser Stadt erfuhren. Nachdem wir
die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Plätze besucht hatten wurden
wir bis Montag unserem Schicksal überlassen. Das Wochenende nutzten wir
für weitere Spaziergänge (bzw. kilometerlange Märsche) und zum
Kennen lernen der schwedischen Kultur.
An unserem vermeintlich ersten Arbeitstag wurde uns VOLVO Trucks
vorgestellt mit ausgezeichneter Führung. Danach durchfuhren wir das
gesamte Gelände, bis wir schließlich unser erstes schwedisches Essen
(Lachs) zu uns nahmen. Anschließend wurden wir noch ins Volvo
Safety Center gebracht, wo wir über die glorreichen Innovationen (3-Punkt
Gurt, 1959) aufgeklärt wurden.
Am darauffolgenden Tag ging es nun wirklich an die Arbeit. Um 6 Uhr
aufgestanden wurden wir (Elisabeth und ich) schließlich doch erst um 9
von unserem supervisor abgeholt. Wir bekamen unsere ID-cards und wurden unseren
neuen Kollegen vorgestellt. Am Nachmittag durften wir gleich dem
wöchentlichen group-meeting beiwohnen, in denen immer die (streng
geheimen) Informationen an die Mitarbeiter weitergegeben wurden. Da wir einen
Schweigepflichtvertrag unterschrieben hatten erfuhren wir (fast alles), was
einem normalen Menschen verborgen bleibt.
Unser eigentlicher Betreuer in der Firma hatte sich unglücklicherweise im
Urlaub seinen Rücken verletzt und so musste diese Aufgabe unser supervisor
selbst erledigen. Abgesehen davon, dass wir ihn nur ca. 2 Mal am Tag für 1
Stunde sahen, war er immer sehr bemüht uns mit anspruchsvollen aber
lösbaren Problemen in MS Excel (Visual Basic for applications) zu
betrauen. Aufgrund unseres Aufenthaltes wird er nun noch weniger im Büro
gesehen werden, da er jetzt noch mehr Zeit hat, um von einem Termin zum anderen
zu hetzen.
Regelmäßig wurden wir auch zu Exkursionen in verschiedene
Abteilungen eingeladen, die wir natürlich, wissensdurstig wie wir sind,
begeistert annahmen. So kamen wir in die geheimsten aller Räumlichkeiten
auf dem Gelände: das Design Dept. Es wurde uns der gesamte Ablauf der
Konstruktion von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt erklärt.
Faszinierend.
Ebenfalls durften wir die ersten Testserien im pilot plant besichtigen. Nach
der Museumsbesichtigung, wo wir die gesammelten Produkte der Firma bewunderten
waren, durften wir sogar einen S80 T6 am Parkplatz testen bis die Reifen
qualmten. Außerdem wurden wir auch durch die factory geführt, wo wir
die laufende Produktion von der Blechrolle bis zum fertigen Auto sehen durften.
Außergewöhnlich erschien uns auch die Tatsache, dass jeden Freitag
exakt um 14:30 Kaffeepause in der ganzen Firma war. In dieser Zeit ist es
verpönt zu arbeiten, denn dieses Treffen dient dazu, den Kontakt zwischen
den Menschen aufrechtzuerhalten. Nebenbei kamen wir auch noch in den Genuss
außergewöhnlicher, für Österreicher unvorstellbare,
Mehlspeisen.
Unsere Freizeit (vor allem an den Wochenenden) verbrachten wir mit weiteren
Besichtigungen, aber nun ging's in das Umfeld von Göteborg, Frederickshavn
(Dänemark) und die vielen kleinen Inseln an der Küste. Außerdem
schafften wir es auch mit Fremden Kontakt aufzunehmen. Komischerweise waren
dies niemals Schweden, sondern Vöcklabrucker, Grazer, Engländer...
In den Wohnungen lief alles bestens bis wir nach 3 Wochen erfuhren, dass sich
die Miete für die ersten 3 Tage auf umgerechnet 1500 ATS belief. Trotz
unserer Proteste konnte an dieser Tatsache nichts mehr geändert werden.
Das Zusammenleben zwischen uns verlief ganz und gar harmonisch. So haben wir am
06.10. bereits ein kleines Wiedersehen veranstaltet.
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei unseren
österreichischen Förderern bedanken. Ganz besonders bei Prof. Pixner
für seinen organisatorischen Einsatz und dem Verein der Freunde der HTL
allen voran Prof. Jech für die Bereitstellung einer beträchtlichen
Geldsumme, ohne derer wir selbst tief in die Tasche gegriffen hätten.
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